Führerschein mit Automatikgetriebe

Vor- und Nachteile

Es gibt keine Vorteile bei einem Führerschein mit Automatikgetriebe, außer das man nicht Kuppeln und keine Gänge einlegen muss.

Es gibt aber einen großen Nachteil! Wer eine praktische Fahrprüfung auf Automatik-Pkw macht, darf kein Fahrzeug mit Schaltgetriebe fahren. Ausnahme bilden hier nur die Führerscheinklassen AM und T.

Rechtsgrundlage zum Führerschein mit Automatikgetriebe 

Gesetzeslage zum 31.3.1986

Die frühere Gesetzeslage besagte das bei Ablegung einer Praxisprüfung für den Automatik Führerschein es zu keiner Beschränkung führt, vorausgesetzt dass min. 6 Ausbildungsfahrstunden mit manueller Schaltung nachweisbar sind. Allerdings war ab 1.1.1983 der Gesetzgeber bei Umsetzung der EG-Führerscheinrichtlinie gezwungen, die Führerscheine für Automatikgetriebe mit den Worten “Prüfung der Klasse 3 auf Kfz mit Getriebeautomatik abgelegt“, zu kennzeichnen. Dies führte jedoch zu keinerlei Beschränkung. Allerdings sorgte diese Regelung im Ausland für Missverständnisse und Verwirrung, sodass diese am 1.4. 1986 aufgehoben wurde.

Gesetzeslage des 1.4.1986

Ab dem 1.4. 1986 ist der Automatik Führerschein auf Fahrzeuge mit Automatikgetriebe beschränkt, sodass keine Autos mit manueller Schaltung gefahren werden dürfen. Dies wurde speziell in der Fahrerlaubnis vermerkt.

Besonderheit bei den Klassen AM und T

Die Führerscheinklassen AM und T besitzen nach §17 VI FeV keinerlei Beschränkungen. Dies begründet der Gesetzgeber mit dem Technikfortschritt, sodass Fahrzeuge dieser Klasse generell nur noch mit Automatikgetriebe angeboten werden.

Beschränkungsumfang gilt auch bei festgelegten Klassen

Da der Fahrer keine Prüfung bezüglich Kupplung und Schaltung abgelegt hat, werden ihm andere Klassen verwehrt. Dies ist besonders relevant bei Umtausch des alten Führerscheins. Demnach wird die Fahrerlaubnis der Klasse 3 bei Umtausch in die Klassen B, BE, C1, C1E, A1 mit der Zahl 78 zur Kennzeichnung für Automatikfahrzeuge vermerkt.

Kennzeichnung aufheben lassen

Für den Fall der Aufhebung der Automatikgetriebe Kennzeichnung, muss der Antragsteller eine praktische Prüfung bezüglich eines Fahrzeuges mit manueller Gangschaltung absolvieren. Allerdings ist diese Praxisprüfung in der zeitlichen Dauer verkürzt, gemäß Anlage 2 Nr. 2, 3.Buchstabe a FeV. Nach erfolgreicher Ablegung erhält der Fahrer einen beschränkungslosen Führerschein.

Automatik Führerschein für halbautomatische Autos

Generell sind nur Fahrzeuge mit Automatik-Schaltung bei einem Automatik Führerschein erlaubt. Demnach darf der Besitzer der Automatik Fahrerlaubnis keine Autos mit manueller Schaltung fahren. Gemäß des § 17 VI FeV (Fahrerlaubnis Verordnung) ist der Automatik Führerschein nur auf Fahrzeuge ohne Kupplungspedal ausgelegt. Folglich darf ein Besitzer des Automatik Führerscheins auch halbautomatische Fahrzeuge fahren, da diese zwar eine manuelle Gangschaltung haben, jedoch kein Kupplungspedal.

Bei Nichteinhaltung der Beschränkung, d.h. bei Fahren eines Pkws mit manueller Gangschaltung trotz Automatik Fahrerlaubnis, drohen rechtliche Konsequenzen da in dem Fall eine Straftat nach §21 StVG begangen wird.

Führerscheinbeschränkung

Damit genau erkannt werden kann, welche Art des Führerscheins die jeweilige Person besitzt, werden eindeutige Kürzel im Fahrzeugschein verwendet. Bei einem Besitzer einer Automatik Fahrerlaubnis steht neben der Klasse B die Zahl 78, welche die eindeutige Kennzeichnung für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe ist.

Lohnt sich dieser Führerschein überhaupt

Man sollte es sich gut überlegen, ob man ohne zwingende Gründe nur einen Führerschein mit Automatik macht und dadurch eine stark eingeschränkte Fahrerlaubnis besitzt.

Macht man die Fahrausbildung auf einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe darf man auch Fahrzeuge mit Automatikgetriebe fahren!