Vorläufiger Führerschein

Ein vorläufiger Führerschein ist ein Dokument, welches ausgestellt wird wenn jemand die Fahrerlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeuges besitzt, er dies aber aktuell nicht mit einem amtlichen Führerschein nachweisen kann. Das ist der Fall wenn z.B. der Führerschein verloren gegangen ist, gestohlen oder noch nicht ausgestellt wurde.

Wann braucht ein Fahranfänger einen vorläufigen Führerschein?

Normalerweise bekommt ein Fahranfänger seinen amtlichen Führerschein sofort ausgehändigt, nachdem er die praktische Fahrprüfung bestanden hat. Manche Fahrschüler wollen allerdings die Fahrerlaubnis nicht nur für eine, sondern gleich für mehrere Fahrzeugklassen erwerben. Dann kann es passieren, dass jemand z. B. die Prüfung für die Klasse B ablegt, aber erst zwei Monate später zur Prüfung für die Klasse BE antreten kann. Für diese zwei Monate einen Führerschein im Scheckkartenformat auszustellen, der nur die Klasse B umfasst, wäre unnötiger Aufwand. Deswegen erhält der Fahranfänger für diesen Zeitraum einen vorläufigen Nachweis der Fahrerlaubnis im Papierformat. Dieser belegt, dass der Fahrer berechtigt ist, Fahrzeuge der Klasse B zu führen. Wurde dann auch die BE-Prüfung bestanden, erhält der Fahranfänger seinen Führerschein in Scheckkartenformat, auf dem beide Klassen eingetragen sind.

Gültigkeitsdauer des vorläufigen Führerscheins

In manchen Fällen ist auf dem vorläufigen Führerschein ein Datum vermerkt, wie lange das Dokument gültig ist. Ist dieser Zeitraum abgelaufen, darf der vorläufige Führerschein nicht mehr genutzt werden. Wird hingegen keine Frist angegeben, ist der vorläufige Führerschein so lange gültig, bis der Besitzer seinen „richtigen“ Führerschein im Scheckkartenformat erhält.

Beantragen des vorläufigen Führerscheins

Hat ein Fahrer seinen Führerschein verloren oder wurde dieser gestohlen, muss er einen Ersatzführerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde beantragen, die für seinen Wohnort zuständig ist. Er hat dafür persönlich zu erscheinen, da er sich ausweisen und seine Unterschrift leisten muss. Für die Beantragung des Ersatzführerscheins sind folgende Unterlagen notwendig:

  • ein gültiger Lichtbildausweis (Personalausweis oder Reisepass)
  • ein aktuelles biometrisches Passbild
  • eine Diebstahlsanzeige, wenn der vorige Führerschein gestohlen wurde (wird von der Polizei ausgestellt)
  • eine eidesstattliche Erklärung über den Verlust, wenn der vorige Führerschein verloren ging (kann vor Ort bei der Fahrerlaubnisbehörde abgegeben werden)
  • eine Karteikartenabschrift, wenn der vorige Führerschein von einer anderen Fahrerlaubnisbehörde ausgestellt wurde

Mit diesen Unterlagen lässt sich der Ersatzführerschein beantragen. Bis dieser allerdings fertig ist, können drei oder vier Wochen vergehen. Möchte der Betroffene in dieser Zeit nicht auf sein Auto verzichten, kann er zusätzlich den vorläufigen Führerschein beantragen, welcher sofort vor Ort ausgestellt wird. Weitere Unterlagen sind hierbei nicht vonnöten.

Was kostet ein vorläufiger Führerschein?

Die Kosten für den vorläufigen Führerschein sind nicht einheitlich und können von Behörde zu Behörde stark variieren. Dazu an dieser Stelle einige Beispiele, mit welchen Gebühren in verschiedenen Städten zu rechnen ist:

  • Köln: 5,10 Euro
  • Magdeburg: 7,70 Euro
  • Mainz: 7,70 Euro
  • Hamburg: 8,00 Euro
  • Hannover: 8,70 Euro
  • Kiel: 8,70 Euro
  • Nürnberg: 8,70 Euro
  • Berlin: 13,30 Euro (10 Euro bei gleichzeitiger Beantragung des Ersatzführerscheins)
  • Dresden: 19,00 Euro
  • Potsdam: 25,50 Euro

Fahren ohne vorläufigen Führerschein

Wer in Deutschland ein Kraftfahrzeug in der Öffentlichkeit führen möchte, muss nicht nur die entsprechende Fahrerlaubnis besitzen, sondern diese auch jederzeit bei einer Verkehrskontrolle nachweisen können. Aus diesem Grund ist bei jeder Fahrt der Führerschein oder eben ersatzweise der vorläufige Führerschein mitzuführen. Wer das Dokument zu Hause liegen lässt und es somit bei einer Kontrolle nicht vorweisen kann, muss ein Verwarnungsgeld von 10 Euro zahlen.

Gilt ein vorläufiger Führerschein auch im Ausland?

Ein Führerschein aus Deutschland wird im gesamten EU-Raum sowie vielen anderen Ländern der Welt anerkannt. Allerdings gilt dies nicht für den vorläufigen Führerschein, denn dieser ist ausschließlich in Deutschland gültig. Im Ausland wird er nicht anerkannt, nicht mal in einem Mitgliedsstaat der EU. Es ist deshalb dringend davon abzuraten, nur mit einem vorläufigen Führerschein über die Grenzen der Bundesrepublik zu fahren. Denn gerade bei unseren Nachbarländern fallen für das Fahren ohne gültigen Führerschein meist erheblich höhere Bußgelder an als hier in Deutschland. Oftmals wird außerdem die Weiterfahrt verboten und sogar das Fahrzeug beschlagnahmt.